Sarkasmusdetektor entwickelt
20. Mai 2010 Hinterlasse einen Kommentar
Sarkasmusdetektor? Da klingelt doch was. Genau:
Aber halt! Forschern von der Hebräischen Universität in Jerusalem ist es tatsächlich gelungen, so etwas zu bauen. Was heißt, virtuell zu bauen. Das Ganze ist nämlich eine Software, die auf einem herkömmlichen Computer funktioniert. Und das ganz ohne Ironie!
Ein Sarkasmusdetektor also. Warum auch nicht? Zweifellos eine überaus nützliche Erfindung. Im Internet ist es ja schließlich schwer zu unterscheiden, was ernst gemeint ist und was sarkastisch. Nur logisch, dass der Mensch daraufhin eine Maschine baut, die diese Arbeit für ihn abnimmt. Was wohl passiert, wenn man das Ding mit Spracherkennung ausstattet und eine Folge Dr. House im Hintergrund laufen lässt?
Immerhin eine Trefferquote von 77% wird dem neuen Algorithmus bescheinigt. Wenn man sich die Durchschnittskommentare von Nazis, Forentrollen und George W. Bush ansieht, dann scheint er tatsächlich intelligenter zu sein, als manche Menschen oder gar Bevölkerungsgruppen. Von wegen Computer könnten nicht denken! Natürlich gibt es noch Möglichkeiten, dieses Ergebnis von 77% noch weit zu steigern. Je nach verwendeten Untersuchungsobjekten ließe sich vermutlich die Trefferquote allein dadurch auf 90% erhöhen, indem man stumpfsinnig alles als Sarkasmus markiert. Sollte ich mal entwickeln, so eine Software. Das wäre eine effiziente Problemlösung. Apropos: Insider behaupten ja weiterhin, im HTML5-Standard werde es ein <irony>-Tag geben. In diesem Artikel gibt es außerdem einen integrierten, todsicheren Sarkasmuscheck. Aktivieren per STRG+A.
Aber mal ganz im Ernst: Ein Sarkasmusdetektor ist wirklich ein weiterer großer Schritt in Richtung des intelligenten Computers, der nicht nur Daten in einem speziellen Format, sondern auch Sprache selbst verstehen und analysieren kann. Ich glaube fest daran, dass es in fünfzig Jahren möglich sein wird, einen leeren Chatroom zu betreten und mit einem Computerbot ein gewöhnliches Gespräch zu führen. Dass die Grundidee nicht unmöglich ist, weiß man schließlich schon seit ELIZA.